Kleine Buchstaben, Große Bedeutung:
Was S, L und LS beim VW Käfer bedeuten – und welche Modellbezeichnungen es sonst noch gibt
Der VW Käfer ist nicht nur ein Kultauto, sondern auch ein Meisterwerk der Modellvielfalt. Über seine Produktionsjahre hinweg entwickelte sich der Käfer kontinuierlich weiter – und mit ihm eine Fülle von Varianten und Modellbezeichnungen. Besonders häufig stößt man auf Kürzel wie „S“, „L“ oder „LS“. Doch was bedeuten diese Buchstaben eigentlich? Gibt es noch andere Abkürzungen und Bezeichnungen, die Käfer-Fans kennen sollten? Dieser Artikel bringt Licht ins Dunkel.
Der VW Käfer und seine Buchstaben: Eine kurze Übersicht
Die Buchstaben wie „S“, „L“ oder „LS“ sind Teil eines Systems, mit dem Volkswagen die verschiedenen Ausstattungsniveaus und technischen Unterschiede zwischen den Käfer-Modellen kennzeichnete. Je nach Produktionszeitraum und Region variierten diese Bezeichnungen. Im Wesentlichen gaben die Kürzel Hinweise auf die Motorisierung, das Komfortniveau und die Sonderausstattungen.
Lassen Sie uns tiefer in die Details dieser Kürzel eintauchen:
Das „S“ – Der Sportkäfer
Das „S“ steht beim Käfer für „Sport“. Dieser Name mag auf den ersten Blick verwirrend erscheinen, da der Käfer nicht unbedingt als Sportwagen bekannt ist. Doch die sportliche Ausrichtung bezog sich nicht auf extremes Hochleistungsfahren, sondern auf eine leistungsstärkere Variante. Der „S“-Käfer war ab den 1970er Jahren mit einem 1,6-Liter-Motor und 50 PS ausgestattet – mehr als die Standard-Käfer mit ihren 44 PS. Zudem zeichnete sich der Sportkäfer durch breitere Reifen, andere Stoßdämpfer und teilweise eine verbesserte Innenausstattung aus.
Dieser Motor mit 50 PS mag heute nicht besonders beeindruckend klingen, aber in seiner Zeit war dies eine signifikante Leistungssteigerung, die den Käfer deutlich agiler machte. Optisch fiel der „S“ oft durch seine sportlichen Details wie Leichtmetallfelgen. Auch der „1302 S“ und „1303 S“ gehören zu dieser Kategorie.
Das „L“ – Luxus für den Käfer
Das „L“ steht für „Luxus“ und bezieht sich auf die hochwertigere Ausstattung des Käfers. Modelle mit dem „L“-Zusatz wurden erstmals Ende der 1960er Jahre angeboten und boten eine umfassendere Serienausstattung als die Standard-Käfer. Typische Merkmale eines „L“-Modells waren verchromte Zierleisten, bessere Sitzpolster, zusätzliche Innenverkleidungen und luxuriösere Materialien. Auch Ausstattungen wie ein gepolstertes Armaturenbrett und Komfort-Extras, die bei den einfacheren Modellen nicht verfügbar waren, fanden sich in den „L“-Versionen.
Wer sich für ein „L“-Modell entschied, bekam also mehr Komfort und eine gehobene Anmutung, ohne dass dies große Auswirkungen auf die Fahrleistung hatte. Das Ziel war es, den Käfer auch für Käufer attraktiv zu machen, die etwas mehr Wert auf Stil und Bequemlichkeit legten.
Das „LS“ – Luxus und Sport vereint
Wie der Name schon vermuten lässt, kombinierte das „LS“-Modell beide Welten: Es stand für „Luxus-Sport“ und vereinte die sportliche Leistung des „S“-Modells mit den luxuriösen Features des „L“-Käfers. Der „1303 LS“ war eines der bekanntesten Modelle in dieser Kategorie. Er bot den 1,6-Liter-Motor des „S“-Modells, gepaart mit der gehobenen Ausstattung des „L“-Modells.
In den 1970er Jahren, als der Käfer zunehmend Konkurrenz durch modernere Autos bekam, stellte das „LS“-Modell eine attraktive Wahl für Käufer dar, die das Beste aus beiden Welten wollten: mehr PS und Komfort. Auch optisch waren diese Modelle durch spezielle Details wie Halogenscheinwerfer und luxuriösere Innenausstattungen erkennbar.
Weitere Bezeichnungen und Modellvarianten
Neben den bekannten „S“, „L“ und „LS“-Modellen gab es beim Käfer noch weitere Varianten und Bezeichnungen, die es wert sind, erwähnt zu werden:
1. Standard: Die einfachste Variante, oft schlicht „Käfer“ genannt. Diese Modelle hatten eine eher sparsame Ausstattung und waren besonders in den frühen Produktionsjahren beliebt.
2. 1302: Diese Modelle kennzeichneten die Käfer, die mit einem verbesserten Fahrwerk ausgestattet waren. Der 1302 war einer der ersten Käfer mit MacPherson-Federbeinen an der Vorderachse, was die Fahreigenschaften deutlich verbesserte.
3. 1303: Das Nachfolgemodell des 1302, oft auch als „Super Käfer“ bezeichnet. Neben dem verbesserten Fahrwerk brachte der 1303 auch eine gebogene Windschutzscheibe mit sich, was ihn optisch von den vorherigen Käfer-Modellen unterschied.
4. Käfer Cabrio: Ein weiteres beliebtes Modell, das als offene Version des klassischen Käfers seit den 1940er Jahren produziert wurde. Besonders das Käfer-Cabriolet von Karmann erlangte Kultstatus.
5. Ultima Edición: Das letzte Käfermodell, das 2003 in Mexiko produziert wurde. Dieses Modell war eine Hommage an den Käfer und verband moderne Technik mit dem klassischen Design der 1970er Jahre.
Der VW Käfer bleibt vielseitig und facettenreich
Die verschiedenen Modellbezeichnungen des VW Käfers spiegeln die jahrzehntelange Entwicklung dieses Autos wider. Von sportlichen Varianten über luxuriöse Ausstattungen bis hin zu Sondermodellen – der Käfer war immer mehr als nur ein „einfaches“ Auto. Die Kürzel „S“, „L“ und „LS“ zeigen dabei eindrucksvoll, wie Volkswagen den Käfer immer wieder neu erfand, um die Bedürfnisse unterschiedlicher Kunden zu erfüllen.
Wer heute auf der Suche nach einem historischen Käfer ist, sollte sich genau überlegen, welche Ausstattung ihm wichtig ist. Jedes Kürzel steht für eine ganz eigene Fahr- und Komforterfahrung – und macht den Käfer noch individueller.
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